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Aktuelles
NEUES: Dorfgespräche Digital
Jürgen antwortet

Lieber ████,

vielen Dank für Dein Interesse,

1.
der ÖPNV ist im Wandel, hier wird sich in den nächsten Jahren sehr viel bewegen. Zurzeit ist sehr viel dem Schülerverkehr untergeordnet. Dieser wird von den Kommunen finanziert und ist eine Pflichtaufgabe. Der ÖPNV außerhalb des Schülerverkehrs ist keine Pflichtaufgabe der Kommunen und wurde bis jetzt über Konzessionen, die in einer Europaweiten Ausschreibung vergeben wurden, bedient. Das heißt die/das Verkehrsunternehmen wird für den Schülerverkehr von der Kommune bezahlt und alle anderen Fahrten müssen sich über die Fahrgäste finanzieren. Ein Fahrplan entsteht aus Nachfrage und Bedarf, diese ändert sich natürlich von Zeit zurzeit. Scheinbar ist die Nutzung vor 6:20 Uhr und nach 19:31 Uhr so gering, dass Fahrten mit einem 50-Sitzer unwirtschaftlich sind. Das gleiche gilt für die Wochenenden. Allervoraussicht nach wird der ÖPNV kommunalisiert somit gänzlich neu organisiert. Dann wird entscheidend sein, wie die Linien genutzt werden. Der ÖPNV muss gerade im ländlichen Raum bedarfsgerechter organisiert werden. Ein Gedanke wäre eine geringere Taktung mit 50-Sitzern, zu Kernzeiten morgens, mittags, abends. Der weitere Bedarf und die Anbindung der kleinen Ortschaften an die Hauptlinien kann über einen „kann Fahrplan“ zu Buchen sein, über eine APP oder Telefon mit Vorlaufzeiten oder AST (Anruf Sammel Taxi). Hier sind gute Ideen gefragt, auch die Bürger können sich hier einbringen. Am Ende ist immer die Frage wer bezahlt, so wie der ÖPNV zurzeit aufgestellt ist wird er nicht weiter funktionieren. Am liebsten wäre mir auch ein kostenfreier ÖPNV oder ein 365 Euro Jahresticket.

2.
Eine Rheinquerung zwischen Neuwied und Bonn sehe ich persönlich eher skeptisch. Einmal aus dem Grund der Fährbetriebe, das Unternehmen und die Arbeitsplätze sind mit aller Sicherheit nicht zu halten. Dann haben wir mit der B 42 eine stark befahrene Strecke, die durch Ortschaften führt. Hier ist für meinen Begriff die Belastung durch die Bahn und den bestehenden Verkehr mehr als ausgereizt. Die Frage wo soll die Brücke hin ist berechtigt, wer wird wie und wo belastet. Welchen eingriff müssen wir in die Natur vornehmen, unter welchen wirtschaftlichen Aspekten. Mir persönlich sind die Argumente, „dann können wir unabhängig von der Lage ob links oder rechts von Rhein miteinander Wirtschaften“, zu knapp. Da braucht es belastbare Zahlen. Ob mit einer Rheinquerung eine bessere Ansiedlung von Unternehmen und damit mehr Arbeitsplätze darstellbar sind, ist für mich auch fraglich. Wo sollen wir die Unternehmen im Rheintal ansiedeln? Welche Auswirkung hat das auf den Weinbau und das enge Tal?

3.
Dein Lieblings Thema, wir haben uns ja schon mal bei Facebook ausgetauscht. Der Schulträger stellt mit dem Kunstrasenplatz in Waldbreitbach die Rahmenbedingungen für den Schulsport. Für den Breitensport sind Fußballplätze vorhanden, hier liegt es an den Vereinen einen Kompromiss zu finden. Da ich die Eigentumsrechte des Tennisplatzes nicht kenne, sollten die Vereine einen Gemeinsamen Antrag stellen. Die Möglichkeit in Hausen einen Zentralen Fußballplatz zur Verfügung zu stellen wurde bereits diskutiert, es gibt in Verscheid noch eine Möglichkeit. Es liegt hier an den Vereinen einen Konsens zu finden, ob ein Zentraler Kunstrasenplatz für den Breitensport zur Verfügung gestellt wird, weniger am Willen der Politik. Ich denke, wenn das Signal auf Einigkeit steht, ist vieles möglich. Wenn allerdings jeder Verein seinen eigenen Kunstrasenplatz beansprucht wird es schwierig. Siehe die Tennisplätze die Überall gebaut wurden und jetzt vergammeln.

4.
Die Digitalisierung ist im Gang, darüber zu diskutieren was versäumt wurde macht jetzt auch keinen Sinn mehr und kostet nur die Energie der Betroffenen. Das die Meinung über die Hardware auseinander gehen ist für mich verständlich, mit einem I-Pad zeige ich den Kindern nur eine Möglichkeit und die ist bei weitem nicht für jeden normal Verdiener erschwinglich. Das in der IT nicht alles rund läuft ist sehr ärgerlich, aber aus eigener Erfahrung, nicht nur in den Schulen. Das ist ein Prozess, der sich entwickelt, ich kenne die Zeit noch ohne einen PC zuhause, mein erstes Handy habe ich mir vor 24 Jahren gekauft, um erreichbar zu sein. Heute kann ich mein Handy als PC-Ersatz nutzen. Wir leben in einer Zeit, in der die Entwicklung schneller ist als wir mit dem Nachrüsten. Auch als Unternehmer habe ich nicht immer die neuste Technik, das ist auch eine finanzielle Frage. Das heißt nicht, dass ich das Entschuldigen möchte, hier sind Fehler Anfang der 80 er gemacht worden. Für die Schulen müssen wir nach der ersten Welle der Digitalisierung, die Weiterentwicklung Fortschreiben. Das können Wartungsverträge sein und/oder Leasing. Hier braucht es, meiner Meinung nach, ein eigenes Resort. Der Bund hat es bis heute nicht geschafft ein Ministerium für Digitalisierung zu schaffen, das Unterliegt dem Kanzleramt. Ohne eine Deutschlandweite Strategie wird es auch für die Schulen auf Dauer nicht darstellbar sein. Wir müssen Ministerin miteinander vernetzen, um das optimale für uns alle zu erreichen.

5.
Das geht nicht nur Dir so, das Thema habe ich mit dem alten und der neuen BürgermeisterrIn besprochen. Der Gemeinderat hat sich dazu auch schon öfters ausgetauscht. Manchmal sind die Wege unergründlich, es liegt definitiv nicht am Willen der örtlichen Entscheider. Wir wollen alle nicht hoffen, dass es zu einem Zwischenfall kommen muss. Hier ist sicher eine Einbahnstraße vom Schwimmbad auskommend die sinnvollste Variante. Anfang Dezember hatte ich einen Termin in der Polizeiinspektion in Straßenhaus. Dort haben wir die Thematik der Raser besprochen. Oft ist es bei Messungen so, dass es sich vor Ort anders darstellt als wir es empfinden. Es werden dann wenig bis keine Geschwindigkeit-Übertretungen festgestellt, Ausnahmen bestätigen die Regel. Leider wird dann nicht gemessen.

Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine gute Zeit und bleibt gesund.

LG Jörg